- Ein Ein- oder Zweifamilienhaus im Heidekreis wurde 2024 im Schnitt für 238.776 Euro verkauft. Das ist weniger als 2023, aber es wurden deutlich mehr Häuser verkauft.
- Das bestätigen auch die amtlichen Zahlen der Gutachterausschüsse: 2025 lag der mittlere, beurkundete Kaufpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser im Heidekreis bei 249.000 Euro, landesweit bei 270.000 Euro.
- Soltau gehört laut Marktbericht zu den Premiumlagen im Kreis. Angeboten wurden Wohnimmobilien dort 2024 für durchschnittlich 2.371 Euro pro Quadratmeter.
- Die Lage entscheidet mehr als alles andere: Ein Einfamilienhaus in guter Lage lag 2024 bei 400.000 bis 530.000 Euro, in einfacher Lage bei 160.000 bis 250.000 Euro.
- Angebotspreis und Verkaufspreis sind zwei verschiedene Dinge. Was ein Haus auf einem Portal kostet, sagt noch nicht, was am Ende beim Notar steht.
- Eine grobe Rechnung ersetzt keine Bewertung. Baujahr, Zustand, Energieausweis und Grundstück verschieben den Wert schnell um fünfstellige Beträge.
Die kurze Antwort: Das hängt vor allem davon ab, wo in Soltau Ihr Haus steht. Soltau zählt zu den teureren Lagen im Heidekreis, aber zwischen einer einfachen und einer gehobenen Wohnlage liegen schnell mehrere Hunderttausend Euro.
Ich bin in Soltau aufgewachsen und arbeite seit über 17 Jahren mit Immobilien im Heidekreis, heute auch als Sachverständige für Immobilienbewertung. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen die Zahlen, die ich selbst benutze, wenn ich mir einen Markt anschaue. Und ich zeige, wo diese Zahlen aufhören, etwas über Ihr Haus zu sagen.
Was kostet ein Haus im Heidekreis gerade?
Fangen wir mit dem Kreis als Ganzes an. 2024 wurden im Heidekreis 686 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft. Das sind 111 mehr als im Jahr davor, ein Plus von gut 19 Prozent. Nach dem schwachen Jahr 2023 kommt also wieder Bewegung in den Markt.
Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 238.776 Euro. Das sind 7,5 Prozent weniger als 2023 und rund 40.000 Euro weniger als 2022, dem bisherigen Höchststand.
Diese Größenordnung bestätigen auch die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte Niedersachsen mit ihren amtlichen Zahlen: Anders als der Marktbericht messen sie nicht Angebote, sondern tatsächlich beim Notar beurkundete Käufe. Für Ein- und Zweifamilienhäuser lag der mittlere Kaufpreis im Heidekreis 2025 bei 249.000 Euro, landesweit bei 270.000 Euro. Die Zahlen sind nicht identisch, weil sie unterschiedliche Zeiträume und Rechenwege verwenden (Durchschnitt aus Marktdaten gegenüber Median beurkundeter Käufe), zeigen aber dieselbe Richtung: Der Heidekreis liegt unter dem Landesschnitt.
Quelle: Gutachterausschüsse für Grundstückswerte Niedersachsen, Grundstücksmarktdaten 2025 (Kauffälle 01.11.2024 bis 31.10.2025, Datenbasis 01.01.2026). Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0.
Wenn Sie diese Zahl lesen, denken Sie vielleicht: Mein Haus ist mehr wert. Gut möglich. Der Durchschnitt wird über den ganzen Kreis gerechnet, über das renovierte Haus in Schneverdingen genauso wie über das kleine Siedlungshaus von 1960 im Dorf, bei dem das Dach gemacht werden muss. Ein Durchschnitt beschreibt deshalb den Markt, nicht Ihr Haus.
Bei Wohnungen sieht es anders aus: Sie wurden 2024 im Schnitt für 167.339 Euro verkauft, so teuer wie noch nie. Gebrauchte Wohnungen kosteten im Schnitt 1.750 Euro pro Quadratmeter, neu gebaute 4.020 Euro.
Was ist mein Haus in Soltau wert?
Soltau gehört im Marktbericht zu den Premiumlagen des Heidekreises, zusammen mit Bad Fallingbostel und Schneverdingen. Das überrascht mich nicht. Man ist schnell auf der A7, man hat alles, was man im Alltag braucht, und die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in den gewachsenen Wohngebieten ist seit Jahren hoch.
Angeboten wurden Wohnimmobilien in Soltau 2024 für durchschnittlich 2.371 Euro pro Quadratmeter. So sieht es in den anderen größeren Orten aus:
| Gemeinde | Angebotspreis 2024 pro m² |
|---|---|
| Bispingen | 2.717 € |
| Schneverdingen | 2.481 € |
| Soltau | 2.371 € |
| Walsrode | 2.350 € |
| Bad Fallingbostel | 2.323 € |
| Schwarmstedt | 2.303 € |
| Neuenkirchen | 2.255 € |
Bispingen vorne, das passt zu dem, was der Marktbericht beschreibt: Der Ort ist besonders bei Haushalten gefragt, die einen Bezug zu Hamburg haben, und über die A7 ist man in unter 45 Minuten in der Stadt. Der Bericht zählt Bispingen zu den Trendlagen, genauso wie Walsrode und Munster.
Wichtig beim Lesen dieser Tabelle: Das sind Angebotspreise, also das, was Verkäufer auf den Portalen verlangt haben. Dazu gleich mehr.
Wie viel macht die Lage aus?
Mehr, als die meisten denken. Ein Einfamilienhaus in gehobener Lage kann mehr als doppelt so viel kosten wie eines in einfacher Lage, und beide Lagen gibt es oft im selben Ort. Der Marktbericht teilt den Heidekreis deshalb in fünf Wohnlagen ein, von einfach bis Premium. Das waren die Preisspannen 2024:
| Wohnlage | Einfamilienhaus | DHH oder Reihenhaus |
|---|---|---|
| Premium | 750.000 – 850.000 € | 400.000 – 550.000 € |
| Gehoben | 530.000 – 750.000 € | 350.000 – 400.000 € |
| Gut | 400.000 – 530.000 € | 330.000 – 380.000 € |
| Mittel | 340.000 – 400.000 € | 220.000 – 340.000 € |
| Einfach | 160.000 – 250.000 € | 140.000 – 230.000 € |
Interessant finde ich die Mitte. Häuser in mittlerer Lage wurden 2024 deutlich höher eingeordnet als ein Jahr zuvor, damals lag die Spanne noch bei 260.000 bis 330.000 Euro. Auch die guten Lagen sind nach oben gerückt. Ganz oben hat sich dagegen nichts bewegt.
Eine zweite, unabhängige Zahl für die Lage liefern die amtlichen Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse. Sie zeigen, was der reine Grund und Boden in einer Gemeinde im Schnitt wert ist, ganz ohne das Haus darauf:
| Gemeinde | Bodenrichtwert Eigenheimgrundstücke* |
|---|---|
| Soltau, Stadt | 130 €/m² |
| Schneverdingen, Stadt | 110 €/m² |
| Bad Fallingbostel, Stadt | 83 €/m² |
| Wietzendorf | 78 €/m² |
| Bispingen | 75 €/m² |
| Munster, Stadt | 74 €/m² |
| Walsrode, Stadt | 62 €/m² |
| Neuenkirchen | 51 €/m² |
Durchschnitt über die Wohngebiete der jeweiligen Gemeinde, Datenbasis 01.01.2026. Einzelne Straßen und Lagen können deutlich darüber oder darunter liegen. Quelle: Gutachterausschüsse für Grundstückswerte Niedersachsen. Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0.
Interessant dabei: Die Reihenfolge deckt sich weitgehend mit den Premium- und Trendlagen aus dem Marktbericht, aber nicht ganz. Bei den Angebotspreisen für Wohnimmobilien führt Bispingen, beim reinen Bodenwert liegt Soltau vorn. Das passt zu dem, was ich in der Praxis sehe: In Bispingen zahlt man gerade viel für die Lage am Naturpark und die Nähe zu Hamburg, in Soltau für gewachsene, zentrumsnahe Grundstücke.
Welche Gebiete in welche Lage fallen, zeigt eine Karte im Marktbericht. Den können Sie weiter unten kostenlos anfordern.
Warum der Angebotspreis nicht der Verkaufspreis ist
Hier liegt das häufigste Missverständnis, und ich sehe es bei vielen Eigentümern, die zu mir kommen. Sie schauen auf ImmoScout, finden ein ähnliches Haus in der Nachbarschaft und nehmen dessen Preis als Maßstab.
Nur: Ein Preis im Internet ist ein Wunsch. Er sagt, was jemand haben möchte. Ob ein Käufer das auch bezahlt, steht erst beim Notar fest.
Man sieht das auch in den Zahlen. Bei den Angeboten auf den Portalen lag 2024 jedes dritte Einfamilienhaus zwischen 300.000 und 400.000 Euro. Tatsächlich verkauft wurden Häuser im Heidekreis aber im Schnitt für knapp 239.000 Euro. Beide Zahlen stimmen, sie messen nur etwas anderes. Und genau in dieser Lücke entscheidet sich, ob ein Haus nach ein paar Wochen verkauft ist oder ein halbes Jahr lang online steht.
Die gute Nachricht für Verkäufer: Der Markt ist gerade schneller geworden. Im zweiten Quartal 2025 stand ein Einfamilienhaus im Schnitt 101 Tage auf den Portalen. Ende 2023 waren es noch 186 Tage. Gleichzeitig ist die Zahl der angebotenen Häuser gesunken, von 627 im Sommer 2024 auf 380 im Frühjahr 2025. Weniger Auswahl für Käufer bedeutet bessere Chancen für ein gut vorbereitetes Haus.
Wann ist ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen?
Eine Sache steht in keinem Marktbericht, das ist meine Erfahrung: Im November gehen die Preise runter. Die dunkle Jahreszeit drückt auf die Preise.
Oft sucht man sich den Zeitpunkt aber gar nicht aus, etwa wenn nach einem Todesfall in der Familie ein Haus verkauft werden muss. Gerade dann lohnt es sich, den Preis von Anfang an realistisch anzusetzen. Ein Haus, das zu teuer startet und dann mehrmals heruntergesetzt wird, macht Käufer misstrauisch.
Wie Sie den Wert Ihres Hauses selbst grob einschätzen
Viele rechnen so: Wohnfläche mal Quadratmeterpreis. Ein Haus mit 130 Quadratmetern in Soltau käme dann auf rund 308.000 Euro.
Etwas genauer ist der amtliche Vergleichsfaktor, den die Gutachterausschüsse selbst für Verkehrswertgutachten benutzen. Er verknüpft Lage (über den Bodenrichtwert), Baujahr und Wohnfläche zu einem Vergleichswert. Für ein Einfamilienhaus mit Baujahr 1980, 140 Quadratmetern Wohnfläche und einem mittleren Bodenrichtwert von 100 Euro ergibt sich im Heidekreis ein Vergleichswert von rund 1.910 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (95-Prozent-Sicherheitsspanne: 1.835 bis 1.985 Euro), auf Basis von 635 tatsächlichen Verkäufen der letzten drei Jahre. Allein das Baujahr verschiebt diesen Wert schon deutlich:
| Baujahr | Vergleichswert pro m² Wohnfläche* |
|---|---|
| 1970 | 1.585 € |
| 1980 | 1.910 € |
| 1990 | 2.265 € |
| 2000 | 2.645 € |
| 2010 | 3.055 € |
| 2020 | 3.495 € |
bei einem mittleren Bodenrichtwert von 100 Euro pro Quadratmeter. In besseren Lagen mit höherem Bodenrichtwert liegen die Werte entsprechend höher, in einfacheren Lagen niedriger. Quelle: Gutachterausschuss für Grundstückswerte Sulingen-Verden, Vergleichsfaktoren Einfamilienhäuser 2026 (635 Kauffälle 2023–2025, Datenbasis 01.01.2026). Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0.
Auch das ist noch keine Bewertung, sondern eine Annäherung von vielen Häusern auf Ihr Haus. Der Vergleichswert weiß nichts von den Dingen, die am Ende trotzdem den Ausschlag geben:
- Die genaue Lage Ihrer Straße, nicht nur die grobe Lagekategorie hinter dem Bodenrichtwert.
- Was seit dem Baujahr saniert wurde. Der Vergleichswert kennt nur das Baujahr im Grundbuch, nicht ob Dach, Fenster, Heizung oder Bäder seitdem erneuert wurden. Das sind die großen Posten, die ein Käufer immer mitrechnet.
- Der Energieausweis. Käufer fragen heute gezielt danach, weil sie die Kosten für Heizung und Sanierung gleich mitrechnen.
- Das Grundstück. Größe, Zuschnitt und ob man eventuell noch bauen könnte.
- Der Zustand am Tag der Besichtigung. Ein Haus, das gepflegt wirkt, verkauft sich schneller und besser.
Wenn Sie eine Zahl haben möchten, auf die Sie sich stützen können, zum Beispiel für eine Erbschaft, eine Trennung oder weil Sie über einen Umzug nachdenken, dann lohnt sich ein Blick von außen. Ich komme vorbei, schaue mir das Haus an und sage Ihnen, was ich sehe. Eine erste Einschätzung bekommen Sie auch ohne Termin, gleich hier unten.
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Der vollständige Marktbericht Heidekreis 2025
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Häufige Fragen
Was ist ein Haus in Soltau ungefähr wert?
Das hängt vor allem von der Lage ab. Soltau zählt laut Marktbericht 2025 zu den Premiumlagen im Heidekreis. Angeboten wurden Wohnimmobilien dort 2024 im Schnitt für 2.371 Euro pro Quadratmeter. Ein Einfamilienhaus lag kreisweit je nach Lage zwischen 160.000 Euro in einfacher und 850.000 Euro in Premiumlage. Was Ihr Haus wert ist, lässt sich erst sagen, wenn man es gesehen hat.
Was hat ein Einfamilienhaus im Heidekreis 2024 im Schnitt gekostet?
Der durchschnittliche Kaufpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser lag 2024 bei 238.776 Euro, 7,5 Prozent unter dem Vorjahr. Verkauft wurden 686 Häuser, fast ein Fünftel mehr als 2023.
Wie lange dauert es, bis ein Haus im Heidekreis verkauft ist?
Im zweiten Quartal 2025 stand ein Ein- oder Zweifamilienhaus im Schnitt 101 Tage auf den Immobilienportalen, Ende 2023 waren es noch 186 Tage. Gemessen wird, wie lange ein Inserat online ist. Bis zum Notartermin vergehen danach meist noch einige Wochen.
Welche Orte im Heidekreis sind am teuersten?
Die höchsten Angebotspreise für Wohnimmobilien hatte 2024 Bispingen mit 2.717 Euro pro Quadratmeter, danach Schneverdingen mit 2.481 Euro und Soltau mit 2.371 Euro. Beim reinen Bodenrichtwert für Eigenheimgrundstücke liegt dagegen Soltau vorn (130 Euro pro Quadratmeter), vor Schneverdingen (110 Euro) und Bad Fallingbostel (83 Euro).
Was ist der Unterschied zwischen Angebotspreis, Kaufpreis und Bodenrichtwert?
Der Angebotspreis ist das, was ein Verkäufer auf einem Portal verlangt. Der Kaufpreis ist das, was am Ende beim Notar beurkundet wird, erfasst von den amtlichen Gutachterausschüssen für Grundstückswerte Niedersachsen. Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert für den reinen Grund und Boden einer Gemeinde, ohne das Haus darauf. Alle drei Zahlen sind nützlich, messen aber unterschiedliche Dinge.
Was kostet eine Ersteinschätzung bei Ihnen?
Nichts. Ich sehe mir Ihre Angaben persönlich an und melde mich innerhalb von 24 Stunden mit einer ersten Einschätzung, telefonisch oder per E-Mail.
Quellen
- VON POLL IMMOBILIEN: Marktbericht 2025, Wohnimmobilien im Heidekreis (Seiten 4 bis 9). Datengrundlagen laut Bericht: Destatis, empirica-regio (VALUE Marktdaten), Gutachterausschüsse für Grundstückswerte Niedersachsen, GeoMap, VON POLL IMMOBILIEN Research.
- Gutachterausschüsse für Grundstückswerte Niedersachsen: Grundstücksmarktdaten 2025/2026 (mittlere Kaufpreise, Vergleichsfaktoren Einfamilienhäuser Sulingen-Verden, mittlere Bodenrichtwerte je Gemeinde), Datenbasis 01.01.2026. © Oberer Gutachterausschuss für Grundstückswerte Niedersachsen 2026, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0).
Sachverständige für Immobilienbewertung (Sprengnetter) und Inhaberin der Von-Poll-Geschäftsstelle in Schneverdingen. Heidjerin aus Soltau, seit über 17 Jahren im Immobilienmarkt des Heidekreises.